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Werkausgaben

Das TMA hat von Anfang an alle Ausgaben und Auflagen von Thomas Manns Werken gesammelt (Bücher, Zeitungsartikel, Übersetzungen etc.). Der S. Fischer Verlag überlässt dem Archiv bis heute jeweils ein Exemplar seiner Ausgaben.
Eine besondere Rolle spielte hierbei die Erwerbung der Erstausgaben, Werkausgaben und Übersetzungen der Werke Thomas Manns bis 1933. Thomas Manns eigene Exemplare sind zwar von Hans Feist im Juni 1933 aus dem Münchner Haus gerettet worden. Sie wurden aber später in Feists Wohnung von der Gestapo beschlagnahmt und sind bis auf ganz wenige Ausnahmen verschollen. Eine grosse Hilfe beim Versuch, sie zu ersetzen, war Hans Bürgins Thomas-Mann-Bibliographie.
Vieles konnte erworben werden, vieles wurde aber auch geschenkt, vor allem in den ersten Jahren, namentlich von Gottfried Bermann Fischer und dem S. Fischer Verlag, aber auch von Emmie und Emil Oprecht und ihrem Europa-Verlag sowie von Ida Herz. Andere Zeitgenossen, etwa Bruno Walter, übergaben dem Archiv ihre von Thomas Mann signierten Bücher.

Zu den Schenkungen Dritter gehören etwa Bücher mit Exlibris „Libri nostri temporis Abraham Horodisch". Horodisch, Mitherausgeber der Berliner Bibliophilen Abhandlungen und Autor einiger Publikationen über bibliophile Drucke, schenkte dem Archiv unmittelbar nach dessen Gründung einige Erst- und nummerierte Privatdrucke Thomas Manns: Gesang vom Kindchen (1920); Wälsungenblut (1921, Expl. Nr. 404); Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull. Buch der Kindheit (1922, Expl. Nr. 343); Okkulte Erlebnisse (1924); Kino. Romanfragment aus dem Zauberberg, Teildruck aus dem Abschnitt „Totentanz" (1926). Zu den besonderen Schätzen der Werksammlung gehören auch die anfänglich nur in den Zeitschriften erschienenen Erzählungen Gefallen (1894), Der kleine Herr Friedemann (1897) und Der Bajazzo (1897). Die Werke Thomas Manns bis zu seinem Tod zählen heute über 500 Einheiten.

Zu den Werkausgaben gehören auch Lizenzausgaben, Übersetzungen in mehr als 40 Sprachen sowie nummerierte bibliophile Drucke. Zu den ganz grossen Raritäten zählen unter anderem Tristan: sechs Novellen, Erstausgabe 1903, Umschlag von Alfred Kubin; Sonderdrucke der Lithographien zu Wälsungenblut, Erstausgabe 1921, mit Steindrucken des Karikaturisten Thomas Theodor Heine; Herr und Hund, Erstausgabe 1919, Buchschmuck von Emil Preetorius, mit Widmung an Katia Mann; oder auch das dünne Bändchen Vom zukünftigen Sieg der Demokratie , das mit einem anderslautenden Umschlag in Deutschland während der Kriegsjahre heimlich verbreitet wurde. Der Titel und der wahre Autor sind als Fussnote auf der zweiten Seite des Textes vermerkt.

 

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