Thomas Mann hat ein Leben lang Tagebuch geschrieben - „weniger zur Erinnerung und zum Wiederlesen als im Sinn der Rechenschaft, Rekapitulation, Bewußthaltung und bindenden Überwachung ...” (2. Februar 1934). Mehrmals hat er seine Tagebücher vernichtet. Jene ab 1933 hingegen sind erhalten geblieben.
„Daily notes from 1933-1951. Without any literary value, but not to be opened by anybody before 20 years after my death”, schrieb Thomas Mann vermutlich noch im amerikanischen Exil auf drei mit rotem Lack versiegelte Pakete. Eines davon wurde später von Thomas Mann noch einmal geöffnet und später von seiner Tochter Erika versiegelt. Ein weiteres Paket, von Erika Mann ebenfalls mit einem Siegel versehen, kam schliesslich noch dazu, so dass die Erben dem TMA insgesamt vier Pakete zur Aufbewahrung übergeben konnten.
Als man sie am 12. August 1975 öffnete, fand man 32 Hefte mit insgesamt 5118 Seiten vor. Darunter waren überraschenderweise auch die Tagebücher von September 1918 bis Dezember 1921. Wahrscheinlich hatte Thomas Mann sie nicht verbrannt, weil er sie (im Gegensatz zu den anderen Tagebüchern vor 1933) für den Roman Doktor Faustus noch benötigte.
Das TMA beherbergt alle erhaltenen Tagebücher: September 1918-Dezember 1921; März 1933-Juli 1955.