Frühe Erzählungen
Die Unterteilung in frühe und späte Erzählungen hat sich seit längerem eingebürgert. Sie findet sich auch in der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe wieder. Zu den frühen Erzählungen werden die Erzählungen bis Der Tod in Venedig gerechnet.
Die frühen Erzählungen sind recht spärlich dokumentiert:
- Zu Luischen (1900) findet sich eine handschriftliche Reinschrift der Erstdruckfassung als Fotokopie.
- Das Konvolut zu Tonio Kröger (1903) enthält drei ausgeschiedene Seiten eines nicht aufgenommenen Kapitels, eine Seite Arbeitsmanuskript sowie 14 Blätter Notizen, die sich auf das 3. und 4. Kapitel beziehen. Den Notizen liegt Thomas Manns Aalsgaarder Hotelrechnung aus dem Jahr 1899 bei.
- Von der Groteske Ein Glück (1904) sind 13 handschriftliche Seiten vorhanden, die allem Anschein nach jenes Arbeitsmanuskript verkörpern, das der Autor benutzte, um den Text der Buchausgabe vorzubereiten.
- Von der Novelle Wälsungenblut (1905) ruht einzig der maschinenschriftliche Text im TMA. Es dürfte sich dabei um das Typoskript handeln, auf das sich Thomas Mann im Tagebucheintrag vom 10. Juni 1919 bezieht: „Ein Berliner Buchhändler teilt mir mit, er besitze eine Maschinenabschrift von Wälsungenblut u. wünsche es zu verlegen. Ich ersuche um Aushändigung. Wir drucken den Text mit ursprünglichem Schluss.”
- Zu Der Tod in Venedig (1912) ist ein Konvolut erhalten, das einen Umschlag umfasst, beschriftet mit Der Tod in Venedig, dann 21 Blätter oktav, 5 Blätter oktav gefaltet und 1 Blatt oktav gefaltet, das von fremder Hand beschrieben ist. Die Notate beziehen sich auf Stichworte wie „Tadzio”, „Cholera asiatica”, „Dionysos”, „Gustav v. Aschenbach”, „Enthusiasmus, Raserei der Liebe”, „Ruhm und Zeugung”. Dazu gehören auch 2 Zeitungsausschnitte („Die Cholera in Italien” und ein Foto „Gustav Mahler, gest. 18.5.1911”), ein Brief vom 2. Juni 1911 von Olga Meerson, der die Wurzeln des polnischen Namens Tadzio erhellt, und schliesslich eine Seite des Arbeitsmanuskripts als Faksimile.