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Felix Krull

Die Entstehungsgeschichte der Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull (1911/1922/1937/1954) umfasst mehr als 50 Jahre. Notizbucheinträge (1905-1918), Briefe und Tagebücher geben Auskunft über den Arbeitsprozess.

Thomas Mann legte in der frühen Phase eine Materialsammlung an, welche Zeitungsartikel ab 1902 umfasst, Reportagen, Fotos, Reisemagazine und anderes mehr. Seit 1905 liegen Notizen vor. Ab Februar 1910 schrieb Thomas Mann die ersten Romankapitel, unterbrach die Arbeit wiederholt, bis er sie 1913 fürs erste ganz niederlegte. Das Manuskript war zu diesem Zeitpunkt bis zur Rozsa-Episode (II. Buch, 6. Kap.) fortgeschritten. 1922 erschien Buch I als Buch der Kindheit, 1937 bei Querido in Amsterdam ein fragmentarischer zweiter Teil des Romans bis zum Musterungskapitel (II. Buch, Kap. 5). Im Januar 1951 nahm Thomas Mann den Krull wieder auf. 1954 erschien der bis dahin vorliegende Text als Der Memoiren erster Teil. Er umfasste die Bücher I bis III. Der Roman blieb Fragment.
Sein Manuskript ist fast vollständig erhalten, einzig die ersten 10 Seiten des frühen Manuskripts wurden 1937 in die ersten 10 Exemplare der bei Querido in Amsterdam erschienenen Sonderausgabe (Gesamtauflage 100 Exemplare auf Büttenpapier) eingeklebt - die Nr. 7 findet sich im TMA und zählt zu seinen Preziosen.

Von keinem anderen Roman liegt eine derart reichhaltige Sammlung von Notizen und Materialien vor. Die Notizen zu den Materialien sind teilweise schöne, mit Tinte beschriebene Blätter, teilweise kleine Zettel in schwer lesbarer Bleistiftschrift (dieser begegnet man in der Nachlassbibliothek auch bei den Anmerkungen und Markierungen). Notizen aus der frühen Arbeitsperiode (1910 -1914) beziehen sich auf Adelsnamen, den Rheingau, das Hochstaplerleben und Grandhotels. Sie werden ergänzt durch Notizen zur Ehe, zu den Reisen bzw. Exzerpte aus dem Reisetagebuch von Hedwig Pringsheim-Dohm und Notizen zum Zuchthaus.

Die Notizen aus der späten Arbeitsperiode (1950 -1954) umfassen nur 20 Blätter, die meist unmittelbar vor der Ausarbeitung eines Kapitels entstanden sind. Die umfangreichsten Notizen legte Thomas Mann zum Kuckuck-Gespräch (Buch III, 5. Kap.) und zum Museumsbesuch in Lissabon (Buch III, 7. Kap.) an. Es gibt ferner Notizen zu Altersberechnungen Krulls, zu den Stationen seiner Reise, zu Paris, Hehlerpreisen, Lissabon und das übrige Portugal, zur Evolution, zu Kosmologischem, zum Tennis und zum Stierkampf. Die Materialien umfassen 521 Zeitungs- und Illustriertenartikel (v.a. aus der „Woche”, Berlin und den „Münchner Neuesten Nachrichten” [1902 -1914, teils auch 1925 -1928], ab 1950 aus diversen Zeitungen und Zeitschriften) und 102 teilweise beidseitig beschriebene Notizblätter in 2 Schatullen. Die gesammelten Zeitungsartikel und Notizen hat Thomas Mann in 12 Dossiers abgelegt. Die Dossiers lauten: 1. Elegante Festlichkeiten, 2. Weiblichkeit, 3. Sport, 4. Kur- und Luftorte, 5. Hotel, Reise (Dandy. Gartenarbeit), Heimat, Zuchtaufseher, 6. Streiche, 7. Reisen, 8. Gefangenschaft, 9. Intérieurs, 10. Coups Carlsson, 11. Allgemeines, 12. Nebendinge.

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