museum

Empfangszimmer

Im Entrée wird der Besucher von drei Bildern empfangen, die der Münchner Porträtist Franz von Lenbach gemalt hat.

Franz von Lenbach: Katia Pringsheim, spätere Mann, 1892 (Öl auf Pappe)
 

Das Bild der neunjährigen Katia hing wohl seit der Heirat, spätestens seit dem Einzug der Familie in das Haus Poschingerstrasse 1 im Münchner Herzogpark, in Thomas Manns Arbeitszimmer.

Franz von Lenbach: Hedwig Pringsheim, um 1885 (Mischtechnik aus Öl und Pastell auf Pappe)
 

Hedwig Pringsheim (1855-1942), Mutter von Katia Mann, war die Tochter von Ernst und Hedwig Dohm. Sie heiratete 1878 den Münchner Mathematikprofessor und Kunstsammler Alfred Pringsheim (1850-1941). Das Ehepaar hatte 5 Kinder: die Söhne Erik, Peter und Heinz sowie die Zwillinge Klaus und Katia. Das Porträt von Hedwig Pringsheim wurde für den Einzug der Familie in das 1889 erbaute, herrschaftliche Münchner Palais in der Arcisstrasse 12 gemalt. Das Originalbild scheint verschollen; beim erhaltenen Gemälde handelt es sich um eine Variante. 1939 musste das Ehepaar Pringsheim nach Zürich emigrieren, konnte aber glücklicherweise das Porträt von Hedwig Pringsheim und jenes ihrer Mutter Hedwig Dohm mitnehmen. Nach dem Tod des Ehepaares 1941/1942 gelangten die Bilder in den Besitz der Familie Mann.

Franz von Lenbach: Hedwig Dohm, 1894 (Mischtechnik auf Pappe mit Firniss)
 

Die beiden um 1655 gemalten Bilder stellen wohl die allerfrühesten Zeugnisse dar, die sich aus Thomas Manns Familie erhalten haben. Sie zeigen den Hamburger Ratsherrn Statius Brage und seine Gattin.

Ehepaar Brage
 

Am 10. Dezember 1929 wurde Thomas Mann der Nobelpreis für Literatur verliehen, der Urkunde gemäss „vornehmlich für seinen grossen Roman ,Buddenbrooks’, der im Laufe der Jahre stetig wachsende Anerkennung als ein Klassiker der Gegenwart gewonnen hat”. Dass der Preis nicht für das Gesamtwerk gesprochen wurde und peinlicherweise den Zauberberg ausschloss, hatte mit dem Jurymitglied Prof. Böök zu tun, der nur Manns Frühwerk schätzte.

Thomas Manns Nobelpreis-Urkunde
 

In der nördlichen Fensternische befindet sich zwischen Kerzenleuchtern auf einer Truhe die durch ein rostbraunes Seidentuch verhüllte Totenmaske Thomas Manns. Sie wurde vom Zürcher Bildhauer V. Dallo hergestellt. Es handelt sich um ein Geschenk Gottfried Bermann Fischers, auf dessen Beschluss die Anfertigung der Totenmaske auch zurückgeht.

Thomas Manns Totenmaske
 

Eine ausführliche Darstellung des Museums findet sich in Band 35 der 'Thomas-Mann-Studien': 'Im Geiste der Genauigkeit. 50 Jahre Thomas-Mann-Archiv' (2006), erschienen bei Klostermann.