Vom 1900 bei S. Fischer eingereichten Manuskript von Buddenbrooks liegt lediglich ein Bruchstück aus dem 2. Kapitel des Zweiten Teils als Faksimile-Abdruck aus dem Jahre 1925 vor. Hingegen sind - als sogenannte Urhandschrift - die erste Manuskriptseite und 23 doppelseitig beschriebene Blätter - in leuchtend violetter Tinte auf zartblau hochkariertem Quartpapier - sowie ein ebenfalls während des Arbeitsprozesses ausgeschiedenes doppelseitig beschriebenes Blattfragment erhalten geblieben. Die Blätter weisen Korrekturen mit Tinte auf, die wahrscheinlich während der Niederschrift gebracht worden sind, als auch solche mit Bleistift, die eher von einer späteren Durchsicht stammen.
Von den 14 aus der Zeit von 1893 bis 1937 erhaltenen Notizbüchern sind Notizbuch 2 und 3 für die Buddenbrooks von besonderem Interesse. Sie enthalten frühe Einfälle, gelungene Formulierungen, chronologische Schemata, psychologische Pointen und weiteres gegenständliches Material. Von den notierten Einzelheiten hat Thomas Mann fast alle verwertet und in den Roman einfliessen lassen.
Ab 1897 entstand ein wachsendes Notizenkonvolut - 10 Mappen, enthaltend rund 100 lose Zettel verschiedenster Formate - mit dem Ziel, die einzelnen Einfälle zu systematisieren, d.h. den Bauplan des Romans mittels Stammbäumen, chronologischen Übersichten, Personenkatalogen, Altersberechnungen, Hausplänen und Gesprächstoffen anzulegen.
Schliesslich vereint das Konvolut einige Briefe, jene von Samuel Fischer an Thomas Mann etwa, welche die Entstehung und Veröffentlichung der Buddenbrooks begleiten. Darunter auch sein Brief vom 26. Oktober 1900, worin der Verleger folgende entgegenkommende Zumutung beging: „Glauben Sie, dass es Ihnen möglich ist, Ihr Werk um etwa die Hälfte zu kürzen, so finden Sie mich im Prinzip sehr geneigt, Ihr Buch zu verlegen.” Im Weiteren liegt ein Brief des Vizekonsuls Portugals in Lübeck vor, Wilhelm Marty, der über diverse kaufmännische Gegebenheiten Auskunft gibt (1897), oder einer von Julia Mann, die ihren Sohn über „Plettenbudding” aufklärt (1898).