publikationen

Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

Entstehungsgeschichte
Die Bekenntnisse sind über eine Zeitspanne von über 40 Jahren entstanden, der frühe Krull in einer Schaffensperiode von 1910 bis 1913, der späte Krull ab Ende Dezember 1950 bis 1954. Das Romanmanuskript weist Nahtstellen auf, bei denen das „alte” und das neue Manuskript von Thomas Mann geschickt ineinander gefügt, andere Textteile gestrichen oder aber umformuliert und in das neue Manuskript integriert wurden. Diese komplexe Entstehungsgeschichte wird in dieser Edition erstmals ausführlich dargestellt. Ausgeschiedene Romanteile werden in den Paralipomena transkribiert und kommentiert.

Textkritik
Der fragmentarische Roman ist in drei Teilen ab 1922 immer wieder publiziert worden. Als Leittext wurde die letzte vom Autor autorisierte Fassung des Romans (3. Aufl. 1955) herangezogen. Systematisch mit dem Leittext verglichen wurde das fast vollständige Manuskript, das Typoskript, die korrigierten Druckfahnen, der Umbruch und die wichtigsten Drucke.


Materialien / Quellen
Das TMA verwahrt sämtliche von Thomas Mann angelegten Dossiers zum Krull. Die umfangreiche Materialsammlung wurde systematisch geprüft, wodurch neue Erkenntnisse (z.B. über die zeitliche Konzipierung des Romans) gewonnen werden konnten. Im Stellenkommentar werden diese Bild- und Textquellen ausgewiesen, wenn sich ein direkter Bezug zwischen Romantext und Quelle feststellen lässt.

Die für den späten Teil des Krull wichtigen Tagebücher ab 1950 erschienen ab 1991. Sie erwiesen sich in Bezug auf die Entstehung und auf die Quellen der Bekenntnisse als sehr aufschlussreich. Neue Quellen konnten dank der Durchsicht der Tagebücher erfasst werden. Prof. Hans Wysling hat in seinem Opus magnum über den Krull (Narzissmus und illusionäre Existenzform, 1982; 2. Aufl. Frankfurt/Main: Klostermann 1995; Thomas-Mann-Studien V) die Quellenlage des Romans weitgehend erarbeitet. Im Essay Quellen und Einflüsse und im Stellenkommentar kann nun eine ergänzende Darstellung der von Thomas Mann (neu) verwendeten Quellen präsentiert werden. Eine Auswahl von etwa 30 Seiten aus den Materialien rundet den Kommentarband ab.


Rezeptionsgeschichte
Zur Rezeptionsgeschichte wurde viel Material zusammengetragen und ausgewertet.